sex now
räume, objekte & interaktive medien
für die ausstellung sex now entwickelte das team von drasdos ein ganzheitliches ausstellungsdesign, das zehn kapitel zu sexualität und gesellschaft in eigenständige räumliche atmosphären übersetzte. szenografien, individuelle möbel und installationen, interaktive medien sowie eine durchgängige ausstellungsgrafik verbanden die kuratorischen inhalte zu einem sinnlichen und zugänglichen parcours.
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projektdaten
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auftraggeber:in
nrw-forum düsseldorf
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studio
drasdos
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jahr
2025
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projektart
ausstellungsdesign im team
mein beitrag
übergreifende konzeptentwicklung sowie eigenständige räumliche und gestalterische verantwortung für intro nord, eroticissima, sexual wellness, pteridophilia und future sex. maßgebliche entwicklung und audiovisuelle umsetzung des sexoscope sowie foto- und videodokumentation.
ausstellungskonzeption · szenografie · möbelentwurf · 3d-visualisierung · interactive media · character design · motion design · fotografie & video
01 intro nord
das herzbett
idee · szenografie · objektkonzeption
die ausstellung beginnt mit dem bett als vertrautem und zugleich klassischem ort für sex. für den introbereich entwickelte ich die idee, das ikonische vibrierende herzbett aus die sims vom bildschirm in den ausstellungsraum zu übertragen. es war das erste bett im spiel, in dem figuren ein „techtelmechtel“ – so die originalbezeichnung – nur zum vergnügen haben konnten, ohne dass nachwuchs das ziel war. damit ist es nicht nur eine nostalgische referenz, sondern auch ein frühes popkulturelles bild für lustorientierte sexualität. zugleich erinnert es viele besucher:innen an einen ersten, noch spielerischen kontakt mit dem thema.
ich konzipierte die räumliche inszenierung und die bauliche umsetzung des bettes. rotes licht, zebramuster und leuchtschrift verdichten den raum zu einer bewusst überzeichneten schlafzimmerkulisse. über dem bett vervollständigt eine spiegelfläche die szenerie; der ausstellungstitel erscheint dort spiegelverkehrt – als augenzwinkernde referenz an den klassischen spiegel über dem bett.
10 eroticissima
zwischen intimität und immersion
szenografie · raumkonzept · installationsdesign · lichtgestaltung
der gesamte raum war der vr-installation eroticissima von miyö van stenis gewidmet. meine aufgabe war es, die digitale welt der arbeit in eine physische szenografie zu übersetzen und gleichzeitig eine geschützte situation für besucher:innen zu schaffen, die mit aufgesetzter vr-brille ihre reale umgebung nur eingeschränkt wahrnehmen konnten.
dafür entwickelte ich zwei cageartige strukturen aus einem modularen rohrsystem. halbtransparente vorhänge schirmten die nutzer:innen ab, ohne sie vollständig vom ausstellungsraum zu isolieren: von außen blieben ihre bewegungen lediglich als silhouetten sichtbar.
zwei renderings aus der vr-arbeit wurden als großformatige fototapeten in den raum übertragen. eine reale leuchtstoffröhre führte ein element aus einem der motive räumlich fort. zwei bewegte gobo-lichter ließen lilafarbenes licht über wände und stoffbahnen wandern und übertrugen so die clubatmosphäre der virtuellen welt in den physischen raum.
11 sexual wellness
sexualität als self-care
szenografie · möbelentwurf · 3d-visualisierung · installationsdesign · projection mapping
sexual wellness war als pastellfarbene wellness-oase konzipiert, die sextoys nicht als tabu, sondern als teil von self-care und zeitgenössischer produktkultur inszenierte. eine helle farbwelt, organische formen und schwebende präsentationsflächen verbanden die ausgestellten arbeiten und objekte zu einer ruhigen, fließenden atmosphäre.
für den raum entwickelte ich abgehängte präsentationsflächen mit transparenten hauben – intern liebevoll „ufos“ genannt. der kapitel-schriftzug erhielt eine unebene metallische oberfläche, die an die reflexionen von wasser erinnert. auch die großformatige aufnahme einer wasseroberfläche fügte sich in dieses gestaltungskonzept ein; sie war jedoch kein dekorativer hintergrund, sondern selbst teil einer im raum präsentierten fotoserie.
das wellness-regal
herzstück des raums war das von mir entworfene wellness-regal. organisch geformte, hinterleuchtete aussparungen inszenierten die sextoys wie ausgewählte pflege- und designobjekte. aus der distanz blieben sie teilweise verborgen und erschlossen sich erst beim näheren herantreten. so entstand ein möbel zwischen präsentationsfläche, leuchtobjekt und räumlichem blickfang.
ich entwickelte das regal vom 3d-modell über die konstruktionszeichnung bis zur abstimmung der baulichen umsetzung. eine gerenderte animation macht den aufbau aus den einzelnen konstruktiven schichten sichtbar.
hören, lesen und ausprobieren
eine von stoffbahnen umgebene hör- und leseecke bot raum für bücher und hörspiele von femtasy. die organische liegelandschaft wurde von dem künstler hagen keller eigens für den raum angefertigt. für die vorhänge entwickelte ich ein animiertes projection mapping aus bewegten poolreflexionen, das die wasserästhetik des raums fortführte.
ausgewählte sextoys des sponsors tenga lagen in der liegelandschaft bewusst frei zugänglich. besucher konnten sie in die hand nehmen und materialien, formen und funktionsweisen unmittelbar kennenlernen.
12 pteridophilia
auf augenhöhe mit dem waldboden
szenografie · raumkonzept · materialkonzept · installationsdesign
die videoarbeit pteridophilia von zheng bo zeigt intime begegnungen zwischen menschen und farnen im wald. für ihre räumliche übersetzung platzierte ich die bildschirme direkt auf dem boden. besucher betrachteten die performer dadurch nicht aus der üblichen aufrechten distanz, sondern begegneten ihnen auf augenhöhe mit dem waldboden.
echte farne und tief durchhängende stoffbahnen übertrugen die abgeschirmte atmosphäre der videos in den ausstellungsraum. die stoffe gliederten den offenen raum in kleinere, intime bereiche und ließen die besucher zwischen den einzelnen bildschirmen hindurchgehen.
als sitzgelegenheiten entwickelte ich kissen aus vakuumierter erde. sie machten materialität, gewicht und festigkeit des waldbodens körperlich erfahrbar, ohne offene erde in den museumsraum bringen zu müssen.
13 future sex
eine grelle, digitale zukunft
szenografie · raumkonzept · lichtgestaltung · medienkonzeption
future sex entwarf die zukunft nicht als sterile science-fiction-welt, sondern als grellen, überzeichneten und durchgehend digitalen raum. knallpinke wände, neonbotschaften und frei durch den raum geführte lichtschläuche verbanden die unterschiedlichen künstlerischen positionen zu einer gemeinsamen atmosphäre.
für die neon-schriftzüge entwickelte ich aussagen wie „touched with permission“ und „why are we not having sex right now?“. sie verbanden den spekulativen blick in die zukunft mit gegenwärtigen fragen nach konsens, sexueller selbstbestimmung und verändertem begehren. weitere lichtschläuche zeichneten abstrahierte kondomformen an den wänden nach und setzten ein sichtbares safer-sex-statement.
eine fotoserie leerer webcam-zimmer wurde großformatig auf einer durch den raum laufenden bildbahn präsentiert. um zusätzliche motive der umfangreichen serie sichtbar zu machen, entwickelte ich eine stele aus mehreren übereinander angeordneten bildschirmen. die aufnahmen wechselten dort wie in einem digitalen feed und übertrugen den seriellen charakter der arbeit in eine räumliche medieninstallation.
am ende des raums führte der parcours zum sexoscope – einem interaktiven orakel über die sexuelle zukunft.